film & tv rezensionen und empfehlungen 24/7

Filmkritik: American Gangster, Ridley Scott, USA 2007


 
ein beitrag von michael p. wagenhaeuser
 
26. November 2007
15:45 Uhr
 
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Man nehme 100 Millionen US-Dollar, einen Oscar-Regisseur, zwei Oscar prämierte Darsteller und etwas Fleisch (in Form von cirka 15 nackten Damen). Dazu gebe man korrupte Polizisten (die eklige Sorte), ein paar zwielichtige amerikanische Gangster (anschließend vielleicht im Filmtitel erwähnen?), eine moralische Instanz (durch Oma-ähnlichen Charakter) und, wie immer, einen Spritzer amerikanischen Pathos (Marke George Bush).
Nun nach Belieben abschmecken, am besten mit einer Prise Heroin (gerne auch mehrere Kilo), fetziger Musik und etlichen Waffen (nicht zu knapp). Anschließend locker vermengen – nicht zu sehr, sonst verliert der durchschnittliche Zuschauer den Faden – und nach 157 Minuten haben Sie ein ordentlich unterhaltendes Hollywood-Action-Drama.

Zur Verfeinerung sollten sich die beiden Helden anfangs diametral gegenüber stehen. Um diese Differenz für den Zuschauer zu verdeutlichen wird vorgeschlagen, Szenen mit dem beliebten schwarzen Drogenboss und dem einsamen, von Aktenordnern und nervigen Telefonen umringten Polizisten möglichst oft abzuwechseln.

Ein kurzweiliger Kinoabend ist garantiert. Bon Appetit.

 

 

YouTube Video-Sammlung: David Lynch Problem Solver


 
ein beitrag von michael p. wagenhaeuser
 
25. November 2007
20:34 Uhr
 
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Sehr witzig – vier Videos über den »Problem-Solver« David Lynch, im David-Lynch-Stil. Wie – du weißt nicht, wer David Lynch ist? ;-) Na, der Regisseur von Filmen wie Mulholland Drive, Twin Peaks, Blue Velvet, Lost Highway, Inland Empire, …








 

 

Filmkritik: Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford


 
ein beitrag von michael p. wagenhaeuser
 
19. November 2007
23:33 Uhr
 
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Keine Helden, kein Showdown, aber ein Western.

Durch ein Fenster brechen die Sonnenstrahlen in ein warmes Zimmer. Ein stattlicher Mann sitzt in einem Schaukelstuhl und raucht genüsslich seine Zigarre. Kind und Frau sind anwesend – heile Welt.

Männer sitzen im sonnendurchfluteten Wald und essen Eintopf. Ihr Anführer, ein stattlicher Mann, der seine bisherigen 17 Morde nicht bereut, blinzelt.

In der Dunkelheit trifft die Bande die letzten Vorbereitungen für einen Zugüberfall. Als der Zug herandonnert, blendet das Licht der Scheinwerfer. Dampf steigt auf und im gleißenden Gegenlicht erscheint die Silhouette des Anführers Jesse James. Sein nächtliches Ich ist skrupellos: Er verprügelt einen Zug-Angestellten, bis dieser regungslos am Boden liegt.

Jesse James ist so gespalten wie Licht und Schatten und doch kann das Eine ohne dem Anderen nicht sein. Jesse James ist kein Stereotyp, er ist Gut und Böse, er ist Mensch.

Zu wissen, wovon der Film handelt und welchen Verlauf dieser nimmt, ist keine Kunst: »Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford«. Der »Verlust« des klassischen Spannungsbogens verstärkt andere Qualitäten: Zum einen der größere Einfluss der einzelnen Charaktere und zum anderen die Suspense: »Wann stirbt Jesse James endlich!?«
Der Film ist kein klassischer Western, bei dem der strahlende Held natürlich das Shootout gewinnt und »das Böse« aus der Stadt treibt. Es gibt keinen romantischen Ritt in den Sonnenuntergang, sondern Winter. Keine Tresenschlägereien, sondern Tränen. Keine Helden, sondern Getriebene.

 

 

Filmkritik: Immer nie am Meer, Antonin Svoboda, Österreich 2007


 
ein beitrag von michael p. wagenhaeuser
 
5. November 2007
21:59 Uhr
 
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Aufgrund einer hippen, mit blinkenden Lichtern, Schweißbändern und MP3-Player ausgestatteten Nacht-Geherin landet ein Auto mit drei Männern im Straßengraben. Ohne Möglichkeit sich selbst zu befreien, harren sie mit Sekt und Heringssalat in ihrer Limousine aus und warten auf Rettung. Die Stunden vergehen, die Tage vergehen, doch, wie die Filmmusik von Element of Crime vorwegnimmt, »die Kavallerie kommt heut’ nicht mehr«.

Die Situation ist grotesk: Zwei Österreicher sind mit einem dieser unwitzigen deutschen »Comedians« in einem gründlich gepanzerten deutschen Auto gefangen. In diesem Biotop werden diverse gesellschaftliche Absurditäten satirisch verarbeitet. Von peinlichen und zugleich belanglosen Sexgeständnissen, über Mitmach-Po-Training aus dem Radio, bis hin zum psychopathischen Jugend-Forscht-Teilnehmer Toni, der die Verunglückten als Versuchsobjekte vereinnahmt. Leicht und locker entsteht so ein wunderbar kurzweiliger Film, der lange Zeit von der lebensbedrohlichen Situation ablenkt und diese gegen Ende gefällig verarbeitet.

Einziger Wehrmutstropfen ist, dass mit Heinz Strunk, Christoph Grissemann und Dirk Stermann zwar bewährte Satiriker, aber keine Filmprofis am Werk waren. Das Trio schrieb am Drehbuch mit und übernahm zudem die drei Hauptrollen. Den Dialogen ist oft anzumerken, dass sie von Buch-Autoren stammen, beispielsweise als sich die beiden Österreicher im neu gekauften Auto über dasselbe unterhalten. Generell ist der Film eher Buch. Die filmischen Mittel wie Montage und Ton unterstützen den Film zu selten. Die Enge im Auto ist, gewollt oder nicht, kaum spürbar. Zu selten, beispielsweise als Toni die Insassen mit lauter Musik traktiert, nutzt der Film all seine Möglichkeiten aus.

Was ich aus diesem Film mitnehme? Ein Lächeln, viel Hass gegen Jugend-Forscht-Kinder und den Vorsatz mehr Bücher von Strunk, Stermann und Grissemann zu lesen.

 

 

Frage: Wie oft gehen Sie ins Kino? (Jahr)


 
ein beitrag von michael p. wagenhaeuser
 
2. November 2007
11:23 Uhr
 
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Nette Frage auf einem Fragebogen, den ich heute ausgefüllt habe. Da wurde mir mal bewusst, wie oft ich im Kino bin: 100 bis 150 mal pro Jahr, hochrechnet. Das ist schon verrückt!