film & tv rezensionen und empfehlungen 24/7

Hey ihr Trendexperten im TV!


 
ein beitrag von Michael P. Wagenhaeuser
 
16. Dezember 2008
19:15 Uhr
 
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Hey ihr Trendexperten im Fernsehen! Ich hab einen neuen Trend für euch ausgemacht, den ihr vielleicht mit eurem Geschwätz begleiten und damit euer Ego und euren Geldbeutel ein bisschen aufpeppeln könnt.

Zur Zeit total IN: Trendexperten!

 

 

Unbefriedigende Antworten nach dem Schuss. Volker Schlöndorff in Weimar


 
ein beitrag von fabian a. böttner
 
16. Dezember 2008
11:16 Uhr
 
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Der SPIEGEL machte gestern abend mit seiner Uni-Gesprächsreihe in Weimar Station. Andreas Borcholte im Gespräch mit Regisseur Volker Schlöndorff. Dieser hatte kurz vor dem Gespräch mit seiner harrschen Kritik an der Defa (nachzulesen hier) für die vermeintlich beste Publicity gesorgt. Dennoch ist das Audimax der Bauhaus-Universität an diesem Abend zwar gut besucht, aber nicht voll – der Weimarer Tatort begeisterte weitaus mehr Menschen. Gespannt sind die Anwesenden dennoch.

 Das übergeordnete Thema des Abends sollte laut Ankündigung über den Konflikt zwischen Dokumentation und Dramatisierung, über die deutsche Befangenheit im Umgang mit der eigenen Geschichte – und die Unterschiede zwischen dem Autorenfilm der siebziger Jahre und dem Neuen Deutschen Film von heute handeln. Und leider war dem auch so. Nicht, dass Volker Schlöndorff nicht viel zu dem Thema zu sagen hätte, als Regisseur von ‘Die Stille nach dem Schuss’ steht er tief in der Materie. Doch im Prinzip kommen alle Antworten immer wieder auf ‘Baader Meinhof Komplex’ zurück. Dass Schlöndorff diesen Film nicht mag, sagt er ganz unverholen. Dass er daran kein gutes Wort lassen kann, weil er sich mit Uli Edel und Bernd Eichinger überworfen hat, ebenso. Warum dann dennoch immer wieder um dieses Thema gekreist werden muss, ist aber unverständlich. Zwar gibt es auch einen Gesprächsblog über Schlöndorffs Oscar-Preisträger ‘Die Blechtrommel’, insgesamt ist das Interview jedoch zu einseitig. Mehr Abwechslung hätte dem ganzen sicher gut getan.

Andreas Borcholte mag ein guter Redakteur sein, ein guter Fragenstellter, Interview-Partner und Gesprächsleiter ist er nicht. Er wirkt ebenso wie alle anderen im Raum wie ein interessierter Zuhörer. Er schafft es nicht, die teils recht ausschweifenden Antworten Schlöndorffs zu unterbrechen oder gut zu lenken. Seine Fragen wirken manchmal wie ein starres Korsett, sind nicht angepasst oder wandelbar. Und manchmal auch total unnötig (‘Würden Sie den Film heute nochmal genau so drehen?’ ist so ziemlich die unnötigste Frage überhaupt). So wird die Defa-Kritik gar nicht angesprochen, auch nicht aus dem Publikum heraus, was für Weimar doch verwunderlich ist. Eine einzige Frage an diesem Abend behandelt nicht Das Thema RAF oder ’Die Blechtrommel’. Zu wenig bei einem so vielseitigen und erfahrenen Regisseur und Menschen wie Volker Schlöndorff.

So endet das Gespräch zwar nicht enttäuschend, aber unbefriedigend, weil schlicht und ergreifend zu viele Dinge ausgespart wurden. Hier wurde eine große Chance etwas leichtfertig vertan. Am Ende kann man nur sagen, dass man das SPIEGEL-Gespräch an unserer Uni war und wir Volker Schlöndorff live gesehen und gehört haben. Immerhin. 

 

 

Ein Nachruf auf eine Leinwand-Figur


 
ein beitrag von Michael P. Wagenhaeuser
 
12. Dezember 2008
15:00 Uhr
 
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007 ist tot. Verantwortlich ist keiner dieser fiesen Schurken wie Dr. Julius No, Ernst Blofeld, oder Francisco Scaramanga, denen man diesen Erfolg nach all den Jahrzehnten mal gönnen würde, sondern Schuld sind die Filmemacher des aktuellen Streifens »Ein Quantum Trost«.

Damals, 1964 in Goldfinger, als Sean Connery zu Beginn aus dem Wasser auftaucht, locker und zielgerichtet eins/zwei Handlanger niederstreckt, einen Sprengsatz in einer Fabrik platziert und anschließend top gestylt im Smoking auf einer Party auftaucht um mit einer hübschen Frau zu flirten – da war die Welt noch in Ordnung.

»Ein Quantum Trost« hingegen beginnt mit einer dieser ›aufregenden‹ Wackelkamera-Szenen und auch der Rest des Films ähnelt mit seinen aneinander gereihten Actionszenen eher einem typischen Hollywood-Werk wie »Die Bourne Identität«, als einem James-Bond-Film.

Wir trauern um einen souveränen Agenten, der über den Dingen stand, der immer Zeit für einen geschüttelten Wodka-Martini hatte und sich mit seinen Hightech-Gadgets seinen Weg freischlug. Einem charmanten Sonnyboy, der während er die Welt vor geisteskranken Bösewichten rettete, noch ein paar Frauen verführte.

Was in »Ein Quantum Trost« bleibt ist der personifizierte Zweifel in Form von Daniel Craig. Seine Rolle ist muskelbepackt, schnell und verletzlich. »You look like Hell«, sagt M, »realistischer und menschlicher« nennen es die Macher.

So kann man an der aktuellen Entwicklung der Bond-Filme die zwei Pole des Kinos erkennen: Traum und »Realität«. Ich wünsche mir wieder den »unrealistischen« Bond zurück, der mich für ein paar Stunden in seine Welt entführt. Vielleicht besteht noch ein funken Hoffnung.

 

 

Die Frau – gesehen am Dienstag, …


 
ein beitrag von Michael P. Wagenhaeuser
 
28. November 2008
15:10 Uhr
 
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… 25. November 2008, 9.18 Uhr bis 9.23 Uhr, in einer Werbepause

Meine Farbe ist glänzend schön – ohne ein graues Haar *** mit 20 Prozent weniger Fett *** Jetzt in Für Sie: Schoko-Rezepte die glücklich machen *** Wie wär’s mit einem unwiderstehlichen Latte Macchiato  *** Für ein triumphierenderes Lächeln *** Das hat mit dem Mutterinstinkt zu tun, da riecht man förmlich die Gefahr. *** Hygiene für Ihre Familie – alles kein Problem mit ›Vanish Oxi Action Intelligence‹ *** Seit wann gibst du deinen Kindern denn Lollies? *** Wer hat schon immer Zeit ein komplettes Essen frisch zuzubereiten?  *** Ihr Tagesbedarf Obst in einer Flasche *** Endlich mal alles kaufen wozu man Lust hat, dank Maxda-Kredit *** Für nur 7,99 Euro gibt es bei Kik Damensatinpyjamas *** weil wir es uns Wert sind.

 

 

Filmkritik: Waltz With Bashir


 
ein beitrag von fabian a. böttner
 
11. November 2008
01:10 Uhr
 
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Gespenstisch goldgelb blicken 26 Augenpaare dämonengleich aus nachtschwarzen und kalt grauen Hundekörpern. Verwischend impressionistische Wiesen ziehen sich als pastellene Hintergründe. Gespenstisch goldgelbe Körper tauchen aus nachtschwarzem, träge liegendem Meer. Expressionistisch schwarze Kanten zeichnen Charakteterlinien in Gesichter. Gespenstisch goldgelbes Zwielicht gleitet den nachtschwarzen Himmel hinab, verglüht, lässt dunkles, nacktes Firmament zurück.

In surrealen bewegten Gemälden komponiert Ari Folman seine persönliche Aufarbeitung des Libanonkrieges. Ein Ereignis, das bei ihm weder seelische Spuren noch Erinnerungen hinterlassen hat. Oder ist genau dieses nicht Vorhandensein die Spur? Erst der Traum seines Waffenbruders Boaz Reins schneidet Risse in Folmans Mauer des Verdrängens. Es sind die 26 Hunde, die ihn Nacht für Nacht heimsuchen, deren goldgelbe Augenfarbe eigentlich ein sanfter warmer Ton ist, durch ihren Einsatz und Platzierung im Film aber Kälte, Ferne und Verdrängung nahezu greifbar machen. Die Farbe ist traumhaft schön. Von diesem Traum ausgehend schafft es Folman in Gesprächen mit ehemaligen Weggefährten, sich die Geschehnisse und seine Rolle darin ins Gedächtnis zu rufen. Dabei stützt er sich nur auf Träume und Erinnerungen und es ist sicher kein Zufall, dass sein Film durch seine Surrealität etwas durch und durch Traumhaftes hat. Spätestens mit den letzten Bildern jedoch, Originalaufnahmen aus Sabra und Shatila, trifft die Realität der gezeigten Ereignisse den Zuschauer mit einer Intensität, die einem noch Minuten nach dem Erlöschen des letzten Lichtes auf der Leinwand in Stille und Bedrücktheit an das eben gesehene denken lässt. Eine Bedrücktheit, die wohl auch Folman selbst erlebt haben muss. Denn mit zunehmender Klarheit erinnert er sich, dass das gespenstisch goldgelbe Licht, was sich durch den Film und somit durch die Erinnerungen zieht, von ihm selbst produziert worden ist. Es rührt nämlich von den Leuchtraketen, die er und seine Kameraden über den Lagern abschossen, um den mordenden Milizen die Nacht zu erhellen. Aus kleinen goldgelben Funken in 26 Augenpaaren zu dem Meer entsteigenden Körpern hin zu goldgelber Nacht kristallisiert sich Folmans Erinnerung. Und mit dem Erlöschen des Zwielichts ist sie komplett.

Der Film bietet keine Erklärung der Schrecken des Krieges oder eine politische Stellungnahme. Er ist die Sicht und Aufarbeitung eines traumatisierten israelischen Soldaten. Eines Soldaten, der nicht Schuldige finden oder anklagen will. Er ist die mahnende Bewältigung einer Vergangenheit, ein erhabenes Stück Geschichte, welches in seiner Machart das traumhafte der Erinnerungen, aus denen es besteht, wunderbar aufgreift. All das – und das macht ihn so herausragend – weiß der Film von Beginn an, denn einer der ersten Sätze, die Boaz Reins zu Folman sagt, ist: ‘Du machst doch Filme. Das ist doch was therapeutisches.’

 

 

Die Rolle der Medien und die Politik


 
ein beitrag von Michael P. Wagenhaeuser
 
5. November 2008
04:20 Uhr
 
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Zu allererst: Medien an sich verändern gar nichts. Nichts ohne Menschen die die Medien auswählen und über sie senden und nichts ohne die Inhalte, die gesendet werden.

Nachts um drei klagt der ehemalige SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter im ZDF ›die Medien‹ an, dass sie die Wahlen 2005 beeinflusst hätten – und dabei schwingt ganz viel persönlicher Frust mit. Der Moderator Peter Frey fügt hinzu, dass das Internet auf jeden Fall ausschlaggebend für den Barack Obamas Erfolg war.

Meine Herren! Ausschlaggeben für den Erfolg Obamas waren zu allererst (hoffentlich) seine politischen Inhalte und dessen Vermittlung und zum anderen die Meinung und Arbeit seiner Unterstützer, die auch das Medium Internet für die Verbeitung Ihrer Meinung wählten.

Ja, das Internet und Medien an sich sind schon verrückte Erfindungen – aber schade dass gerade Sie beiden so wenig über Ihr Arbeitsinstrument wissen.

 

 

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