film & tv rezensionen und empfehlungen 24/7

Filmkritik zu The Flicker – Tony Conrad, 1965 auf 16 mm


 
ein beitrag von knut s. spangenberg
 
27. Juni 2008
18:11 Uhr
 
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Gesehen auf dem Backup-Festival in Weimar (Einführung: Dr. Ute Holl)

Es erscheint eine Epilepsiewarnung, in der die Macher und Veranstalter alle Verantwortung für möglicherweise auftretende Folgeschäden von sich weisen. Dazu eine, wie mir scheint, betont harmlos und unverbindlich gestaltete Begleitmusik. Ein leicht mulmiges Gefühl setzt sich in meiner Magengegend fest. Ist das wirklich nur die Unsicherheit? Eigentlich reagiere ich nicht überempfindlich auf Stroboskopeffekte. Na ja, außer dieses eine Mal – unangenehme Erinnerungen kriechen wieder in mir hoch.

Dann fängt es an. Das Filmbild, eine weiße Fläche über die Artefakte hinwegtanzen. Pünktchen, Flecken und Kratzer lassen das Alter der Filmrolle erahnen. Da wird die gleißende Helligkeit für einen Sekundenbruchteil unterbrochen, oder war es nur mein eigener Lidschlag? Nein, da ist es wieder. Völlige Dunkelheit zerhackt den Lichtstrom immer häufiger, begleitet von einer Art oszillierendem Scheppern. Die Verhältnisse verschieben sich allmählich, Strahl wird zu Blitz. Synchron dazu ändert sich auch das Begleitgeräusch, oder ist es umgekehrt? Leitet diese Ansammlung sich überlagernder Sinuswellen das Licht an? Doch ich komme nicht mehr dazu, den Gedanken zu Ende zu führen.

Das Weiss pulsiert unablässig in den Zuschauerraum hinein. Dieses hochfrequente, gleißende Flackern hallt auf meiner Netzhaut wider, scheint mit seinem negativen Äquivalent zu interagieren – beides schaukelt sich gegenseitig hoch. Latente Flächen in Rot, Grün und Gelb machen partiellen Mustern platz, deren einzelne Elemente zwischen Kreis- und Rautenform changieren – und umgekehrt. Wenn sich die Frequenz ändert, folgen die optischen Erscheinungen nach. Es fällt mir zunehmend schwerer, das alles bewusst zu reflektieren und überhaupt habe ich gerade gar keine Lust darauf.

Die audiovisuellen Eindrücke ziehen mich vollends in ihren Bann. Meine Augen fixieren die Mitte dessen, was einmal die Leinwand war und fangen an zu brennen, weil ich immer öfter vergesse zu zwinkern.

Das mulmige Gefühl im Bauch ist schon längst einer angenehmen Wärme gewichen, dennoch ist dieses Seherlebnis alles andere als entspannend. Als würde man auf einem Musikfestival in unmittelbarer Nähe der Boxen feiern, mit dem Gesicht zu den Lautsprechern – es tut zwar weh, aber weggehen will man irgendwie auch nicht.

Nach einer halben Stunde bringt einen der Film wieder wohlbehalten dahin zurück, wo man herkam. Hui. Dieses Stück Zelluloid entledigt sich mit einem Schlag aller etablieren filmischen Konventionen. Reduziert auf seine essenziellen Elemente, schafft es Raum für die Wahrnehmung an sich, löst die eigentliche Leinwand auf und ist wiederum selbst Projektionsfläche für visuelle Eindrücke. Damit schafft es dieser Film auf einzigartige Weise, die illusorischen Qualitäten der eigenen optischen Wahrnehmung zu offenbaren. Er ermöglicht damit dem Zuschauer ein eigenes, ganz persönliches Sinneserlebnis – Kopfkino im besten Sinne.

Falls sich die seltene Gelegenheit bietet, dieses Machwerk im Kino zu erleben – unbedingt ansehen. Dazu ein Tipp der Dozentin, den ich hier auch weitergeben möchte: Möglichst unalkoholisiert rezipieren, dann schepperts mehr.

 

 

TV-Tipp Donnerstag, 19. Juni 2008: EM-Viertelfinale


 
ein beitrag von michael p. wagenhaeuser
 
19. Juni 2008
10:04 Uhr
 
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Heute wird das erst Viertelfinale der EM 2008 übertragen: Portugal – Deutschland, 20.45 Uhr, ARD, Reporter: Steffen Simon;

 

 

TV-Tipp Dienstag, 17. Juni: Frankreich – Italien


 
ein beitrag von michael p. wagenhaeuser
 
17. Juni 2008
16:04 Uhr
 
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Auch heute würde ich sagen, muss man wieder Fußball schauen: Frankreich – Italien, Vizeweltmeister – Weltmeister. Für mindestens einen ist Schluss bei der EM. Anstoss um 20.45 Uhr im ZDF.

 

 

TV-Tipp Montag, 16. Juni: Österreich – Deutschland (ARD)


 
ein beitrag von michael p. wagenhaeuser
 
15. Juni 2008
22:25 Uhr
 
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FKE {Filmkritikereinheiten}: ★★★★★★★★☆☆  8/10: Damit es nicht sowie kommt, wie im Video oben, müssen die Deutschen mindestens ein Unentschieden erreichen.

Sendetermin: Montag, 16. Juni 2008, 20.45 Uhr bis 23.30 Uhr, ARD
Reporter: Tom Bartels

 

 

TV-Tipp Sonntag, 15. Juni: African Queen (Arte)


 
ein beitrag von michael p. wagenhaeuser
 
14. Juni 2008
22:30 Uhr
 
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FKE {Filmkritikereinheiten}: ★★★★★★☆☆☆☆  6/10

Sendetermin: Sonntag, 15. Juni 2008, 20.40 Uhr bis 22.25 Uhr, Arte
Wiederholungstermin: Freitag, 20. Juni 2008, 14.55 Uhr;

Englischer Originaltitel: »The African Queen«, USA 1951, 100 Minuten;
Regie: John Huston; Hauptdarsteller: Humphrey Bogart, Katharine Hepburn;

Für seine Arbeit in »The African Queen« erhielt Bogart endlich seinen ersten und einzigen Oscar. Leider habe ich diesen Film noch nicht gesehen, ich bin gespannt.

»Zwei nicht mehr ganz junge Menschen, die die Suche nach dem persönlichen Glück längst aufgegeben hatten, kommen sich trotz ihrer Unterschiedlichkeit auf einer lebensgefährlichen Flussfahrt näher und finden die große Liebe. Der Film wird fast ausschließlich von den beiden exzellenten Schauspielern Humphrey Bogart (1899 – 1957) und Katherine Hepburn (1907 – 2003) und deren Wortgefechten getragen.« Dieter Wunderlich

Rotten Tomatoes Wertung 100%IMDB Top-Movie #170 (Wertung 8.1)

Filmkritiken: Benjamin / toerck.de

 

 

TV-Tipp Samstag, 14. Juni: Lost in Translation (MDR)


 
ein beitrag von michael p. wagenhaeuser
 
13. Juni 2008
21:47 Uhr
 
1 kommentar

 

 


FKE {Filmkritikereinheiten}: ★★★★★★★☆☆☆  7/10: »sensibel und lakonisch zugleich«

Sendetermin: Samstag, 14. Juni 2008, 22.30 Uhr bis 0.05 Uhr, MDR

Englischer Originaltitel: Lost in Translation, USA/Japan 2003, 102 Minuten;
Regie: Sofia Coppola; Hauptdarsteller: Bill Murray, Scarlett Johansson;

Der Film ist schon nach wenigen Jahren ein Klassiker, viele lieben ihn, manche schlafen dabei (unverständlicherweise) ein:

»Lost in Translation ist ein Film in einem tranceartigen Schwebezustand. Er erzählt von Menschen, die sich im durchdesignten Luxusambiente des Tokyo Park Hyatt begegnen, schlaflos, vom Jet-Lag übermüdet, die Sinne wie in Watte gepackt. Die Romanze zwischen Bob (Murray) und der 20-jährigen Charlotte (Scarlett Johansson) ist auch die Begegnung zweier Krisen. Der Midlife Crisis eines mittelalten verheirateten Schauspielers und der Orientierungskrise einer frisch verheirateten jungen Frau. Man trifft sich an der Bar, plaudert, scherzt und sucht wieder Distanz, als fürchte man sich vor der Seelenverwandtschaft, die man gerade entdeckt hat.« Katja Nicodemus

Rotten Tomatoes Wertung 95%IMDB Wertung 7.9

Filmkritiken: Berliner Morgenpost Stuttgarter Nachrichten artechock

 

 

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