film & tv rezensionen und empfehlungen 24/7

Filmkritik: Kan door huid heen – Can go through Skin


 
ein beitrag von laura x. trager
 
18. Februar 2009
14:01 Uhr
 
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Wir beobachten Marieke in tiefster Verzweiflung: Ihr Freund hat sich von ihr getrennt. Sie versucht, mit der Situation klar zu kommen. Ruft alte Verehrer an, die sich alle schon längst nicht mehr an sie erinnern. Betrinkt sich. Eine Freundin, die besorgt nach ihr sehen will, lässt sie vor der Tür stehen. Stattdessen bestellt Marieke eine Pizza und lässt ein Bad ein. Der gemütliche Abend allein mit dem eigenen Selbstmitleid verwandelt sich jedoch in einen Albtraum: Der Pizzabote überfällt Marieke, versucht, sie in der Badewanne zu ertränken. Nur durch einen glücklichen Zufall lässt er von seinem Opfer ab – Marieke überlebt, der Angreifer wird gefasst.

Doch die Geschehnisse haben tiefe Wunden in Mariekes Seele geschlagen. Sie entwickelt psychotische Angstzustände, vertraut keinem Menschen mehr. Gleichzeitig sehnt sie sich jedoch nach (körperlicher) Nähe. Wir begleiten Marieke durch ihre persönliche Hölle in einem einsamen Haus in Zeeland. Es ist nicht Mitleid, das ich fühle, eher eine furchtbare Leere und ein Gefühl der Machtlosigkeit. Der Film hat kein Happy End und bietet keine Lösung. Benommen, wie Marieke, die in der letzten Einstellung nach einer Panikattacke apathisch in ihrem Bett ruht, verlasse ich das Kino.

 

 

Filmkritik: Chan die Chummi – Kiss the Moon


 
ein beitrag von laura x. trager
 
18. Februar 2009
13:58 Uhr
 
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Der Dokumentarfilmer Khalid Gill entführt seine Zuschauer in sein Heimatland Pakistan und geht einem Geheimnis seiner Kindheit auf die Spur: Wer sind die geheimnisvollen tanzenden Wesen, genannt Khustras? Mit einfühlsamen Bildern und klug gestellten Fragen öffnet er die Türen zu einer fremden Welt.

In einem armen Land, muslimisch geprägt, leben die Khustras, transsexuelle Männer, in einer familialen Gemeinschaft. In der Gesellschaft hatten sie einst eine herausragende spirituelle Bedeutung, verdienten ihr Geld mit Segnungen und rituellen Tänzen. Heutzutage verlieren die Khustras immer mehr ihr Ansehen, sind immer öfter gezwungen, ihren Lebensunterhalten mit Prostitution zu bestreiten.

Feinfühlig und differenziert taucht Khalid Gill in das Umfeld und die Herzen dieser Menschen ein. Er portraitiert ihren Alltag, ihre Probleme, ihr Schicksal und ihre intimsten Sehnsüchte. Die äußerst reflektierten Protagonistinnen gewähren tiefe Einblicke, in ihre Vergangenheit, Gegenwart und offenbaren ihre Zukunftsängste bzw. -träume.

Das Thema des Films und die dramaturgische Herangehensweise des Regisseurs entschädigen vielfach für die teilweise recht erbärmliche Bild- und Tonqualität. Durch und durch sehenswert.

 

 

59. Berlinale – Filmkritik: Nord/North


 
ein beitrag von Michael P. Wagenhaeuser
 
7. Februar 2009
11:36 Uhr
 
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Weltpremiere von Nord, Zoo Palast Berlin, 6. Februar 2009, 19.00 Uhr

Jomar liegt auf seiner Pritsche in einer Skihütte und raucht und schwitzt. Er schluckt Anti-Depressiva, schaut Katastrophendokumentationen auf dem National Geographics Channel, trinkt Alkohol aus einem fünf Liter Kanister, fackelt versehentlich die Hütte ab.

Und los geht’s mit dem Schneemobil-Road-Movie:
Auf dem Weg zu seiner Ex-Freundin Linnea begegnet ihm ein alter Mann, der ihm kurz vor seinem Tod mit weisen Worten eine Art Payback-Karte überreicht, eine Panzer-Einheit, ein homophober Bauernjungen, mit dem er sich in Alkohol getränkte Tampons auf den Kopf klebt, …

Klingt komisch? Ist es. Das war’s.

 

 

Hallo Berlinale 2009!


 
ein beitrag von Michael P. Wagenhaeuser
 
6. Februar 2009
14:27 Uhr
 
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Wir sind da. Heute in der Früh um 5.59 Uhr sind wir aufgestanden um uns erste Eintrittsarten zu holen. Am Abend um 19.00 Uhr gibt’s dann den ersten Film: ›Nord‹. Morgen um 12.00 Uhr werde ich mir die gleichnamige Verfilmung von Bernhard Schlinks Roman ›Der Vorleser‹ mit Schauspielern wie Kate Winslet, Ralph Fiennes, David Kross, Bruno Ganz, Lena Olin, Hannah Herzsprung, Karoline Herfurth, usw. reinziehen und am Abend um 18.00 Uhr Francois Ozons (Swimming Pool, 8 Frauen) Wettbewerbsfilm ›Ricky‹ schauen. Ich bin gespannt und ich hoffe mindestens eine Kritik schreiben zu können.

 

 

Filmkritik: Zeiten des Aufruhrs – Revolutionary Road


 
ein beitrag von fabian a. böttner
 
24. Januar 2009
13:32 Uhr
 
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 Eine Filmkritik mit Musik: Alice Cooper – Sanctuary

 

Your world full of creeps
Zombies walk the street

Frank, ganz ehrlich: Milly und Shep Campbell, deine ‘Freunde’ aus der Firma – was für eine zynisch künstliche Freundlichkeit sie doch an den Tag legen. Immer der gleiche Tagesablauf, immer die gleichen leeren Worthülsen.

9 to 5 barely alive
Have a beer go to sleep
And start all over again

Ja, Frank, deinen Job kannst du nicht ausstehen, die Arbeit ödet dich an und doch ergibst du dich jeden Tag in den immerwährenden Trott. Und daheim kippst du kein Bier – nein, sondern gleich den Red Label. Und täglich grüßt das Murmeltier.

Same grey suit
Same round shoes
Same headache
Same pills

Die Anzüge hier sind so grau, man könnte meinen, sie kämen alle vom gleichen Schneider. In der Masse ist Frank nur einer von vielen, dein ach so tolles ‘Anderssein’ ist unglaublich schnell dahin. Nimmst du Pillen? Du zeigst es nicht, aber es würde zum Gesamtbild passen.

He goes home thinks about suicide
But he’s got his diploma
Got to give him that

Stimmt schon Frank, eigentlich bist du nicht so schlecht. Dein Boss findet deine Art nicht schlecht, du scheinst zu höherem berufen. Und das in einem Job, der dich anwidert?

Someday I gotta get outta her
Gotta put on a shirt put on a tie
Get a job buy a car get some insurance
Cuz I’ll probably have a heart attack
Before I’m 40

April würde so gerne nach Paris ziehen. Aber willst du auch, Frank? Du könntest dein Hemd und deinen Schlips sogar ablegen, April würde genug für euch verdienen. Aber hey, du hast hier dein Auto, dir steht ein besserer Job mit mehr Gehalt in Aussicht. Klar, mit mehr Aufwand, längerer Arbeitszeit, mehr Stress. Und dann die ganzen Zigaretten, der Schnaps… da ist der Herzkasper vielleicht tatsächlich nicht mehr weit.

I guess I’ll find the perfect wife
And I’ll have 2.3 perfect kids
And if I work real hard
And die real fast
They’ll all turn out just like me

Aber Moment, stimmt ja! Du hast die beste Frau der Welt, ihr seid ein perfektes Paar. Ihr seid so anders, so besonders. Eure Kinder sind toll. Zwei habt ihr schon, welch ein Glück, dass das dritte auch schon unterwegs ist. Aber meinst du, April sieht das genau so?

Oh, ich vergaß, ihr wollt ja beide doch nicht mehr nach Paris, ihr findet es beide grandios, dass du mehr arbeitest. Wahrlich eine perfekte Familie.

I got a radical place
Got my own private space
It’s my sanctuary

Deine Zuflucht, Frank, dein Haus. Nicht euer Haus, du betonst es explizit. Deine eigene kleine heile Welt.

It’s the castle of doom
I’m the king of my room

Aber halt: so ganz perfekt ist ja doch nicht alles. Du hast deine kleine Sekretärin, April hat Shep. Und seid ihr wirklich so harmonisch? Ihr habt einen kapitalen Streit, eure Ehe liegt doch schon in Trümmern. Du bist der Herr im Haus, deswegen wird getan, was du entscheidest. Das Kind wird nicht abgetrieben, ihr geht nicht nach Paris. Und Ende der Diskussion.

Just a Quasimodo
Let the world blow away
This is where I will stay
In my sanctuary

Und dann tut sie es doch. April treibt ab. Und nun ist dein ganzes heile-Welt-Gefüge dahin. Deine Frau ist tot. Oh, und du bleibst doch nicht. Du läufst in ein anderes Leben.

Got my mess on the floor
Got my lock on the door

Weg von deinem Zufluchtsort, von deinem Heiligtum.

Go away
Sanctuary

 

 

Die Berlinale 2009 auf filmundfernsehkritik.de


 
ein beitrag von Michael P. Wagenhaeuser
 
6. Januar 2009
15:28 Uhr
 
4 kommentare

 

 

Jetzt steht es fest: Ich werde hier Berichte zur Berlinale 2009 bloggen …

 

 

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