007 ist tot. Verantwortlich ist keiner dieser fiesen Schurken wie Dr. Julius No, Ernst Blofeld, oder Francisco Scaramanga, denen man diesen Erfolg nach all den Jahrzehnten mal gönnen würde, sondern Schuld sind die Filmemacher des aktuellen Streifens »Ein Quantum Trost«.
Damals, 1964 in Goldfinger, als Sean Connery zu Beginn aus dem Wasser auftaucht, locker und zielgerichtet eins/zwei Handlanger niederstreckt, einen Sprengsatz in einer Fabrik platziert und anschließend top gestylt im Smoking auf einer Party auftaucht um mit einer hübschen Frau zu flirten – da war die Welt noch in Ordnung.
»Ein Quantum Trost« hingegen beginnt mit einer dieser ›aufregenden‹ Wackelkamera-Szenen und auch der Rest des Films ähnelt mit seinen aneinander gereihten Actionszenen eher einem typischen Hollywood-Werk wie »Die Bourne Identität«, als einem James-Bond-Film.
Wir trauern um einen souveränen Agenten, der über den Dingen stand, der immer Zeit für einen geschüttelten Wodka-Martini hatte und sich mit seinen Hightech-Gadgets seinen Weg freischlug. Einem charmanten Sonnyboy, der während er die Welt vor geisteskranken Bösewichten rettete, noch ein paar Frauen verführte.
Was in »Ein Quantum Trost« bleibt ist der personifizierte Zweifel in Form von Daniel Craig. Seine Rolle ist muskelbepackt, schnell und verletzlich. »You look like Hell«, sagt M, »realistischer und menschlicher« nennen es die Macher.
So kann man an der aktuellen Entwicklung der Bond-Filme die zwei Pole des Kinos erkennen: Traum und »Realität«. Ich wünsche mir wieder den »unrealistischen« Bond zurück, der mich für ein paar Stunden in seine Welt entführt. Vielleicht besteht noch ein funken Hoffnung.










