Oh, ich werde von der Saturn-Werbung nicht mehr angeschrien, wie angenehm, nun stellt eine relativ ruhige Stimme die Produkte vor. ›Geiz ist geil‹ heißt es ja auch schon lange nicht mehr. Wenn ihr jetzt noch diese Cyborg-Frau aus dem Spot rausnehmt, steigt mein Saturn-Sympatie-Level von momentan noch -10 auf -1.
Die Kehrseite der Medaille des massenhaften Fußballfiebers ist, dass jeder der ein Mikrofon, einen Telefonhörer, oder ein Bier halten kann, eine Expertenmeinung hat. Erst sind alle ganz verrückt, weil man gegen schwache Polen gewinnt und anschließend plötzlich traurig und sauer, weil man gegen defensiv gut stehende Kroaten verliert. Ich gebe ja zu, das Spiel war schlecht, aber diese krassen Stimmungsschwankungen sind schrecklich.
Jetzt wird schon wieder diskutiert, wer nach Joachim Löw kommen könnte, dabei war er gestern noch der »Super-Trainer« mit der besten Siegesstatistik aller Bundestrainer bisher. Ähnlich, aber umgekehrt erging es ja Lukas Podolski: Erst findet ihn jeder grottenschlecht und würde lieber Kuranyi oder Schweinsteiger spielen lassen und nun ist er der beste Mittelfeldspieler der Welt. Versteht mich jetzt nicht falsch, er ist schon super, aber diese inkompetente Stimmungsschwankung die in den Medien vermittelt wird – tztztz.
Den Vogel abgeschossen hat gerade Rolf Niebuhr. Der n-tv Reporter vor Ort in Tenero plant schon für das Vorrunden-Aus der Nationalmannschaft. Sinngemäß: »Es sollte einen Neuanfang mit jungen Spielern geben, ich denke da vor allem an Metzelder und Lehmann.«
Hallo? Gut Jens Lehmann ist 38. Aber Herr Niebuhr, Christoph Metzelderist 27 Jahre jung und spielt bei einem der besten Vereine der Welt, Real Madrid. Vielleicht wirkt er jetzt mit seinem Bart älter, aber 27 ist nicht alt, das ist das beste Fußballer-Alter, Abwehrspieler erreichen ihren Zenit meist sogar später.
Keine Ahnung, aber Neuanfang fordern: Klappe und auswechseln!
Julian von filmjournalisten.de hat mich angeregt die Bewertung der Filme zu präzisieren. Deshalb werde ich in Zukunft meinen Filmtipp in mein Bewertungssystem »FKE« einordnen. Ein Beispiel für die Bewertung siehst du in dem Beitrag oben: Blue Velvet hat secht von zehn FKEs bekommen. Doch was sind FKEs? Hier meine Erklärung:
Das FKE-System beruht auf der anteiligen Einbeziehung von Werten aus Filmdatenbanken wie Rotten Tomatoes und der Internet Movie Database (IMDB) sowie der Tageskonkurrenz auf dem deutschen TV-Markt und der psychischen Beschaffenheit des Autors. Der gebildete Mittelwert stellt die quadrierte Summe der Bewertung dar und wird auf eine Skala mit maximal zehn Bewertungeinheiten (»Sterne«) projiziert.
Quatsch! Irgendwie fließt in diese Bewertung tatsächlich vieles mit ein, aber es entscheidet mein Bauch – und der ist sehr kritisch. Dies kann dazu führen, dass ein sehr guter Film »nur« fünf von zehn Sternen bekommt, was gar nicht schlecht ist. Denn erstens gibt es fast immer noch bessere Filme, für die die Skala nach oben offen bleiben muss und zweitens muss der Fernseher auch nicht jeden Abend laufen. Fünf von zehn Sternen könnte in etwa bedeuten: »Wenn du nichts anderes vor hast, schau dir diesen tollen Film an«. Wohingegen man für 10-Punkte-Filme alles stehen und liegen lassen müsste, um nachts um 4.00 Uhr den Film auf SWR zu sehen.
Die Bewertung ist also subjektiv und kann sehr gerne kritisiert und diskutiert werden.
Ich habe es vor einem Jahr schon mal bemängelt und finde es schlimm, dass sich noch nichts geändert hat. Warum hört denn niemand auf mich? Immer, zuletzt gestern Abend, wenn ich das Topmodel-Logo sehe, lese ich »Topfmodel«. Die Damen und Herren Verantworlichen könnten das doch mal ändern – jetzt wo alles so erfolgreich läuft: Ständig um die 26 Prozent Marktanteil bei der »werberelevanten« Zielgruppe 14- bis 49-jähriger Zuschauer.
In der Halbfinal-Show am kommenden Dienstag wird dann entschieden wer neben Wanda noch gehen muss – Carolin oder Janina. Das Finale findet am kommenden Donnerstag, den 5. Juni statt.
Neben der allgemein bekannten Suche nach Germany’s next Topmodel kürt Heidi Klum in der übernächsten Sendung (Dienstag, 3. Juni 2008, 20.15 Uhr auf ProSieben) nebenbei auch noch das männliche Pendant. Bereits am Ende dieser Halbfinalshow steht einer der 40 männlichen Kandidaten, aus vormals über 4000 Bewerbern, als männliches Topmodel fest. Ihm winkt die Teilnahme an einer Modekampagne.
Michael P. Wagenhäuser meint: Aha. Die letzte Sendung war sowieso ganz schön langweilig, niemand ist rausgeflogen. Und man merkt deutlich wie versucht wird Zwietracht zwischen den letzten fünf Kandidatinnen zu streuen. Die männliche Ablenkung bekommt der Quote bestimmt ganz gut.