»Uwaga« steht auf dem Zug, aus dem Sven aussteigt – Achtung! Der junge Deutsche leistet im polnischen Oswiecim seinen Zivildienst: Er soll den ehemaligen Häftling Krzeminski pflegen. Sven beginnt sich mit der Geschichte des »sensiblen Ortes« auseinander zu setzen. Hinter seinem Rücken wird getuschelt: »Ob Svens Opa auch schon hier in Auschwitz war?«
Herr Krzeminski lebt noch immer in dem ehemaligen Konzentrationslager, repariert die Koffer der ermordeten KZ-Häftlinge und berichtet für die Belegschaft ausländischer Unternehmen von seinen Leiden. Doch seine Anstrengungen werden nicht geschätzt. Die Wissenschaftler möchten die geschichtlich wertvollen Koffer lieber konservieren und die Unternehmen sich möglichst schnell durch ihr geheucheltes Mitleid ihrer geschichtlichen Verantwortung entledigen.
»Am Ende kommen Touristen« ist kein pathetischer Lehrfilm über den Holocaust, der vom Zuschauer Mitleid und Tränen fordert. Es gibt keinen harten Kontrast zwischen Deutschen und Polen, ganz im Gegenteil: Eine zarte Liebesgeschichte verbindet die beiden Völker und zeigt dennoch, dass die geschichtliche Wunde nicht verheilt ist.
Die offene Geschichte lässt mich nachdenken. Auch über mich, der nur wenige Kilometer entfernt von einem ehemaligen Konzentrationslager lebt, aber noch nie da war, und über Menschen, die große Strapazen auf sich nehmen, um diesen Ort zu besuchen und sich nach der Führung am Postkartenständer eindecken.
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Pings