In seinem 81-minütigen Dokumentarfilm begleitet der Regisseur Måns Månsson den Gouverneur der schwedischen Provinz Uppsala, Anders Björck, durch dessen Alltag.
Diesen aufreibenden, scheinbar stillstehenden Alltag bekomme ich vorgeführt: Er hält Ansprachen, schüttelt Hände, telefoniert, hält Ansprachen, plant Empfänge, schreibt in seinen Terminkalender, telefoniert, eröffnet lokale Festivitäten, schüttelt Hände, …
Was ist nicht sehe sind die großen, sonst immer in den Medien zirkulierenden Events, die den Provinzpolitiker im Film zwischenzeitlich beschäftigen: Den Empfang des japanischen Kaiserpaars oder das Treffen mit Vertretern des englischen Königshauses.
Auch Abseits der inhaltlichen Ebene wird dem Betrachter vieles vorenthalten: Es fehlt Farbe und Off-Kommentar, die Bilder sind teils unterbelichtet und das grobe Korn des 16mm-Films verdeckt Details.
Doch gerade dieses parallel laufende Fehlen auf der inhaltlichen und auf der materiellen Ebene macht den Film stark: Es zeigt Gemachtheit auf. Einerseits die Gemachtheit des Images eines Politikers durch Medien indem sich der Film bewusst auf das sonst nicht Gezeigte konzentriert und andererseits die Gemachtheit gerade dieser Dokumentation: Wo Farbe noch den Anspruch auf objektive Darstellung DER Wirklichkeit erheben könnte verweist das Unfarbige auf das Medium des Films, auf dessen Subjektivität zurück.
stichworte dieses artikels: berlinale 2009, H:R Landshövding, mans mansson, Mr. Govenor






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