It`s Party Time. The Doors. Die 60s. When You`re Strange.
Inhaltlich bietet »When You`re Strange« von Tom DiCillo keine Highlights. Der Film beschreibt im Großen und ganzen den »Rise and Fall« einer Rockband der 1960er Jahre, geht auf ihre Bedeutung für die Jugendbewegung und ihre Charaktere ein. Er widmet sich Drogen, Poesie und Politik. Ordentlich, aber wenig überraschend.
Die Stärke des Films liegt in seinen Bildern: Der Film verwendet ausschließlich Found Footage, seltenes Material. Nackte Tonspuren werden gekonnt mit Filmschnipseln und Fotos hinterlegt, umgekehrt genauso – Bild und Ton, die ursprünglich nicht zusammengehörten, bilden auf einmal eine außergewöhnliche Symbiose. Durch ihr perfektes Zusammenspiel entsteht der Eindruck, bei jedem geschilderten Ereignis persönlich anwesend zu sein. Besonders sehenswert macht den Film die erstmalige Veröffentlichung von Ausschnitten eines Films von Jim Morrison persönlich (ein studierter Filmemacher!) - ein Road-Movie im Jahr 1969 - und deren präzise Einbindung in das Found Footage Material.
Das beeindruckendste an diesem Screening ist jedoch die Q&A-Session danach. Der Regisseur Tom DiCillo (schwarze Lederhose, schwarze Bikerjacke, schulterlanges, zum Zopf gebundenes Haar, Mitte 40) reißt gleich zu Beginn der Moderatorin das Mikrofon aus der Hand und das Gespräch an sich. Mit beißender Ironie reagiert er auf Zuschauerfragen, die Stimmung ist ausgelassen, auf einmal findet das Wort »fuck« Eingang in jeden gesprochenen Satz.
Die letzte Frage aus dem Publikum ist, welche persönliche Erkenntnis der Regisseur aus der Arbeit an »When You`re Strange« mitgenommen habe. Die Antwort: Filme machen bedeute leider oft, Kompromisse machen zu müssen. Das wäre aufgrund der Verwendung von Originalmaterial insbesondere bei diesem Film der Fall gewesen. Vor diesem Hintergrund habe Tom DiCillo eines der letzten Zitate des Films besonders berührt, das 10 Jahre nach Jim Morrisons Tod von dessen Vater ausgesprochen worden sei: »My son had one great talent which he expressed without compromise.«
stichworte dieses artikels: berlinale 2009, the doors, Tom DiCillo, When You`re Strange






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