Gesehen am 9. Februar 2008 im Berlinale Palast, Weltpremiere;
Stilvoll konstruierte Bilder, die Arbeit unzähliger Könner und viel Herzblut der Beteiligten – all das scheint in »Lake Tahoe« zu stecken – doch reicht das für einen guten Film? Ich meine in diesem Fall leider nicht.
Denn Lake Tahoe langweilt und zwingt selbst den Härtesten in den Kampf mit der Müdigkeit. Die Story ist schnell erzählt: Ein sehr junger Herr setzt auf schnurgerader Straße seinen Wagen, einen Nissan Tsuru, gegen einen Mast und muss für die Reparatur und die Beschaffung des Ersatzteiles, die Halterung eines Verteilerkastens, allerlei Qualen über sich ergehen lassen – und mit ihm ich: Mal eben Babysitten, den Hund des Werkstattbesitzers ausführen oder einen »Bruce Lee«-Film anschauen. Dabei hat es der Protagonist »eigentlich eilig«, der Regisseur offensichtlich nicht, sondern er streckt die Einstellungen extrem lang.
Mit statischen, sorgsam austarierten Bildausschnitten – »Film gewordenen Fotografien« – wird die Handlung begleitet. Mal hastet der Junge von links durch das Bild, mal von rechts, die Einstellung bleibt noch eine Weile. Gesprochen wird kaum. Mal schließt sich mein linkes Auge, mal das rechte, oft beide. Grund für diese (filmische) Apathie ist wohl, wie erst spät im Film bekannt wird, der Tod des Vaters.
Verurteilen kann ich den Film nicht, da es sich hier anscheinend um ein Andenken an den verstorbenen Vater des Regisseurs handelt, aber gut finden muss ich dies auch nicht.
stichworte dieses artikels: berlinale, lake tahoe






ein kommentar
Pings