film & tv rezensionen und empfehlungen 24/7

Kinoheft #4: Filmkritiken zur Berlinale 2008


 
ein beitrag von Michael P. Wagenhaeuser
 
20. Oktober 2008
18:24 Uhr
 
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filmkritiken der bauhaus-universität weimar

Das ›Filmkritik-Seminar‹ der Bauhaus-Universität Weimar veröffentlicht jährlich ein Heft mit gesammelten Filmkritiken zur Berlinale. Die diesjährige Ausgabe ›Kinoheft #4‹ gibt es hier als PDF oder für 2 Euro in gedruckter Form.

Besprochene Filme:
Shine a Light, Rusalka, A Jihad for Love, Am Ende kommen Touristen, CSNY – Déjà Vu, Musta Jää / Black Ice, Free Rainer, Chiko, Robin, Patti Smith – Dream of Life, Coupable, RR, Regarde-Moi, Be Like Others, Das Herz ist ein dunkler Wald, Tropa de Elite, Nirvana, Megane, Lady Jane, La Rabia, Tote Schwule – lebende Lesben, Transsiberian, Die Schwester der Königin, Hanami – Kirschblüten;

 

 

TV-Tipp Dienstag, 21. Oktober 2008: About Schmidt


 
ein beitrag von Michael P. Wagenhaeuser
 
19. Oktober 2008
22:04 Uhr
 
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FKE {Filmkritikereinheiten}: ★★★★★☆☆☆☆☆  5/10

Sendetermin: Dienstag, 21. Oktober 2008, 20.15 Uhr – 22.40 Uhr, kabeleins
Wiederholungstermin: –

Englischer Originaltitel: »About Schmidt«, USA 2002, 115 Minuten;
Regie: Alexander Payne; Hauptdarsteller: Jack Nicholson, Kathy Bates;

»›About Schmidt‹ hat viele humorvolle Szenen. Aber der Film ist keine Komödie. Er zeigt die tragische Geschichte eines Mannes ohne Eigenschaften, ohne Positionierung, ohne Orientierung, wobei es Jack Nicholson – von dem man eine derartige Rolle nicht gewohnt ist – gelingt, diese Tragik nicht in strapaziöser Übertreibung aufgehen zu lassen. Der Humor nicht nur Nicholsons wirkt gerade in ›About Schmidt‹ als Korrektiv für die Tragik. Der Film lässt Dinge bewusst offen, etwa, ob die Beziehung zwischen Randall und Jeannie im gleichen Fahrwasser endet wie die Ehe ihres Vaters. Ein Film, von dessen Geschichte man lernen kann, ohne dass die Inszenierung lehrhaft wirken würde.« Ulrich Behrens

Rotten Tomatoes Wertung 85%IMDB Wertung 7.3

Filmkritiken: Michael Haberlander/artechock Johannes Schade

 

 

TV-Tipp Sonntag, 19. Oktober 2008: Scarface (NDR)


 
ein beitrag von Michael P. Wagenhaeuser
 
19. Oktober 2008
13:44 Uhr
 
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FKE {Filmkritikereinheiten}: ★★★★★★★☆☆☆  7/10

Sendetermin: Heute Abend, Mo., 20. Oktober 2008, 0.15 Uhr – 2.55 Uhr, NDR
Wiederholungstermin: –

Englischer Originaltitel: »Scarface«, USA 1983, 163 Minuten;
Regie: Brian De Palma; Screenplay: Oliver Stone;
Darsteller: Al Pacino, Michelle Pfeiffer, Steven Bauer;

»Miami, Frühjahr 1980. Im Zuge einer gigantischen Flüchtlingswelle kommt der Kubaner Tony Montana in die Vereinigten Staaten. Hier will er sich seinen Traum von Erfolg, Geld und Macht erfüllen.« NDR

»Der Film gehört zu den Meilensteinen des Gangsterfilms. Sein harter Realismus, die knackigen Bilder und eine Sprache der Straße, wie sie in früheren Filmen so nicht zu hören war, machen Scarface zum Klassiker, der in die Reihe überragender Genrefilme tritt …« H. Christian Haslecker

Rotten Tomatoes Wertung 87%IMDB Top-Movie #173 (Wertung 8.1)

Filmkritiken: nezblog Christoph Huber/filmzentrale

 

 

»Aus gegebenem Anlass«, mein Kommentar


 
ein beitrag von Michael P. Wagenhaeuser
 
18. Oktober 2008
00:04 Uhr
 
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Tja, nun ist es vorbei, das Gespräch zwischen Herrn Gottschalk und Herrn Reich-Ranicki. Was es gebracht hat? Wenig. Bestimmt eine hohe Quote für das ZDF und die Tatsache, dass sich die Zuschauer Gedanken über das Fernsehen gemacht haben. Mitnehmen konnte man von den beiden Herren wenig. Beide konnten ihren Standpunkt nicht aufgeben und beide hatten Unrecht.

Thomas Gottschalk hielt sich zurück und schien sehr gut vorbereitet. Er zeigte sich als Fernsehkenner, reflektierte und resignierte. Seiner Meinung nach wird man das Fernsehen kaum verändern können, da es stark an der Quote hängt. Es wird gezeigt, was gesehen werden will.
Damit hat er zum großen Teil natürlich recht. Aber zum einen gibt es die Öffentlich-Rechtlichen, die eben nicht nach der Quote ausstrahlen müssen. Ich verstehe sowieso nicht, warum es auch in der ARD und ZDF Soaps und Kochsendungen geben muss. Dies bieten doch alle Privatsender auch, das hat mit Grundversorgungsauftrag doch nichts zu tun. Warum nicht hier mal etwas wagen und statt Soaps etwas anderen ausprobieren?
Das andere Argument gegen »es wird gezeigt, was gesehen werden will« ist, dass die meisten Menschen zwar mit wenig zufrieden sind, es aber nicht sein sollten. Selbst wenn sie unzufrieden sind, was an dem großen Interesse an der Sendung wohl abzulesen ist, haben sie entweder nicht die Motivation oder die Möglichkeit dies zu äußern. Es gibt einfach kein Instrument, um auf das große Sendemedium Fernsehen entsprechend zu reagieren.
Das Feuilleton, auf das Gottschalk kurz schimpft, ist sicherlich nicht Schuld am schlechten Fernsehen, es ist höchstens zu schwach beziehungsweise in den Zeitungen deplatziert. Denn das Feuilleton bestraft nicht grundsätzlich die »Quotenverlierer«, wie Gottschalk behauptet. Das Feuilleton mag beispielsweise Harald Schmidt, und zwar zurecht – trotz schlechter Quoten und teilweise langweiliger Sendungen. Er verbindet Unterhaltung und Inhalt.

Marcel Reich-Ranicki hat wenig Ahnung vom Fernsehen. Er will Fernsehen für Gebildete. Er verwechselt Atze Schröder und Helge Schneider, wie ich Faust mit Werther (haha). Er ist Literaturkritiker und »kritisiert«. Aber »kritisieren« bedeutet nicht nur zeigen was schlecht ist, sondern auch aufzeigen zu können warum, wo und was man besser machen müsste, wie das Fernsehen sein könnte und sollte.
Es ist natürlich interessant zu sehen, dass selbst hochintelligente und gebildete Menschen keinen konkreten Zweck des Fernsehens nennen können. Wohl, weil es viele gibt. Meiner Meinung nach, da schließe ich mich Herrn Reich-Ranicki an, muss das Fernsehen in erster Linie unterhalten, darf aber dabei den Inhalt nicht vergessen – und das geht. Es geht bei Schmidt, Switch, Willi Wills Wissen und was weiß ich wo. Es geht bei guten Filmen wie Fightclub, Apocalypse Now, American Beauty, Metropolis, und und und, die Liste ist unglaublich lang. Sie unterhalten und sie können mir, wenn ich mich hineindenken möchte, »mehr« geben.

Fernsehen muss also nicht, wie beide meinen, Sendungen für Gebildete machen. Fernsehen muss sinnvoll unterhalten.

Was nun übrig bleibt, ist eine Diskussion, Aufregung und das Wissen, dass Fernsehen beschissen ist. »Eine Banalität die jeder sagen könnte«, aber nur bei wenigen eine solche Reaktion auslöst. Dafür vielen Dank, Marcel Reich-Ranicki.

Es sind eben doch Veränderungen nötig und für Veränderungen ist Kritik nötig, sonst bekommt man, was man hinnimmt.

PS: Marcel Reich-Ranicki hat definitiv recht, Herr Gottschalk: Atze Schröder wird auch in 200 Jahren nicht als Shakespeare seiner Zeit angesehen – was für ein grauenhafter Gedanke.

 

 

TV-Tipp Samstag, 18. Oktober 2008: 12 Monkeys (DasErste)


 
ein beitrag von Michael P. Wagenhaeuser
 
17. Oktober 2008
16:20 Uhr
 
1 kommentar

 

 


FKE {Filmkritikereinheiten}: ★★★★★★★☆☆☆  7/10

Sendetermin: Samstag, 18. Oktober 2008, 22.15 Uhr bis 0.20 Uhr, DasErste
Wiederholungstermin: –

Englischer Originaltitel: »Twelve Monkeys«, USA 1995, 129 Minuten;
Regie: Terry Gilliam; Darsteller: Bruce Willis, Madeleine Stowe, Brad Pitt;

»Wie bizarr 12 Monkeys auch sein mag, ich hoffe, es ist eine angemessene Reflexion unserer Wirklichkeit.« Terry Gilliam

Rotten Tomatoes Wertung 87%IMDB Top-Movie #184 (Wertung 8.1)

Filmkritiken: Max Herrmann/artechock.de Georg Seeßlen/filmzentrale

 

 

Marcel Reich-Ranicki beim »Deutschen Fernsehpreis 2008«


 
ein beitrag von Michael P. Wagenhaeuser
 
17. Oktober 2008
14:11 Uhr
 
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Ich muss es auch zeigen, einfach weil es zeigenswert ist: Marcel Reich-Ranicki lehnte seine Auszeichnung für sein Lebenswerk beim »Deutschen Fernsehpreis 2008« am vergangenen Sonntag ab. Nun sagt mal einer dort wo es hingehört, dass vieles beschissen ist und was passiert – das Publikum klatscht. Brav wie es sich für ein Publikum gehört – wie man auch »Atze Schröder« und »Deutschland sucht den Superstar« beklatscht.

Heute Abend, um 22.30 Uhr im ZDF, spricht nun Marcel Reich-Ranicki ausgerechnet mit Thomas Gottschalk über den Qualitätsverfall im Fernsehen. Ausgerechnet Gottschalk, ich weiß schon, wie das abläuft: Früher waren Fernsehen und Musik noch besser, es muss mehr auf Bildung geachtet werden, und und und. Jaja. Es ist ja auch nicht so, dass es mehr Literatursendungen geben müsste, höchstens andere – gelesen werden muss schließlich immer noch selbst. Aber egal, wieder zu Gottschalk.

Man muss eingestehen, dass Gottschalks Wetten Dass früher wirklich besser war und auch heute nicht zu den schlechtesten Sendungen gehört. Aber auch früher gab es Mist, viel sogar. Und vieles was früher mal gut war, ist es heute nicht mehr. Was soll ich denn zum Beispiel mit einem Playback-Hit-Medley von Foreigner anfangen, wie es mir vor zwei Wochen bei Wetten Dass dargeboten wurde? Das ist doch peinlicher alter Kram, der überhaupt nicht in unsere Zeit passt. Auch so kann man eben schlechtes Fernsehen machen, belangloses Fernsehen.

 

 

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