Vergleicht man den Filmanfang von Halloween aus dem Jahr 1978 mit dem des aktuellen Remakes, offenbart sich bereits die grundsätzliche Differenz: Während der Low-Budget-Klassiker mit einer unendlich langen subjektiven Kamerafahrt besticht, die die Sicht des jungen Psychopathen Michael Myers einnimmt und in einer unheimlichen Art und Weise das Geschehen im nächtlichen Elternhaus aus nächster Nähe darstellt, findet man sich zu Beginn von Rob Zombies Remake umringt von brüllenden Freaks wieder: »Scheiße, Titten, Pimmellutscher, Schwuchtel, Schlampe.«
Starke Worte, die bezeichnend sind für die unsensible Vorgehensweise des Regisseurs. Statt eine subtile Grusel-Atmosphäre zu schaffen, die einen plötzlichen Schock um so stärker auf mich wirken lassen würde, ist Halloween 2007 permanent laut. Dabei zeigt die Kamera häufig zu viel, ohne wirklich zu erschrecken. Beispielsweise die Großaufnahme eines blutüberströmten Tieres: Diese Bilder begegnen uns täglich auf der Landstraße. Gerade das »nicht-zeigen« des Äußersten birgt aber die Möglichkeit Grusel zu erzeugen – die Bilder des Schreckens entstehen im Kopf des Zuschauers. Selbst die einzelnen Kampfszenen sind überraschend langweilig, jeder durchschnittliche Hollywood-Film verarbeitet das Zusammenspiel von Messer und Körper spannender.
Die Versuche die Handlung der Charaktere, beispielsweise durch plumpe Dialoge wie »Du hast seit 15 Jahren nicht mehr gesprochen«, zu motivieren, schlagen fehl. So stirbt Figur um Figur, ohne dass meine Gefühle berührt werden oder die Handlung vorangebracht wird. Es ist, als ob der Film ständig um ein und dasselbe Thema kreist: Man sieht die Brüste eines Cheerleaders – im Hintergrund taucht der Psychopath auf – das Mädchen entdeckt ihn, kreischt für eine gefühlte Minute – die Kamera wackelt und plötzlich fließt Blut.
Der Film ist weder Fisch noch Fleisch, weder ein spannender Grusel-Schocker, noch ein brutaler Splatter-Film. Die wenigen guten Einstellungen, wie eine schräge POV-Einstellung aus der Sicht des Opfers, oder die unglaublich brutal wirkende Szene des jungen Mike mit seinem Opfer im Wald können nicht über die schwache Gesamtleistung hinwegtäuschen. Dieser Film berührt mich nicht und kann allenfalls noch rülpsende Jugendliche begeistern, für die die Mischung aus Fäkalsprache, Rock’n Roll und Soft-Porno wie geschaffen scheint.





