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Filmkritik: Christian Petzold – Yella (D 2007)


 
ein beitrag von michael p. wagenhaeuser
 
23. Oktober 2007
23:07 Uhr
 
1 kommentar

 

 

Was ist Leben, was ist Traum, Tod und Film? Der Regisseur und Drehbuchautor Christian Petzold spielt in »Yella« mit der Vermischung dieser Elemente und verweigert dem Film eine klare Aussage.

Stattdessen werden Fragen aufgeworfen: Weshalb diese Überladung mit nach Aufmerksamkeit heischenden Zeichen? Die roten Kleider von Yella, die roten Autos ihrer (Ex-)Liebhaber, die kühlen blauen Hotelzimmer, die blauen Hemden der Private-Equity-Manager? Weshalb die konservative Paradigmenwahl? Im Osten die liebenswerte Heimat mit glatzigen Arbeitern, die in Häusern mit gemusterten Küchenkacheln wohnen, und im Westen die erfolgreichen Manager in leeren Büros, deren Lieblingsbeschäftigung es scheint, dem Gegenüber das Geld aus der Tasche lügen? Was wollen uns die immer wiederkehrenden Motive wie Wind, Krähen, Wasser und Fahrten mit Auto und Bahn sagen? Vielleicht dass sich Yella auf einer end- und hoffnungslosen Reise befindet, die gleichzeitig eine Flucht vor ihrer gescheiterten Liebe und die getriebene, naive Suche nach Erfolg und Geborgenheit ist? Vielleicht.

Sicher hingegen ist, dass Harun Farockis Dokumentarfilm »Nicht ohne Risiko« wie in einem Traum in Petzolds Film eingewoben wurde. In der Welt der Private-Equity-Manager agieren Yella und ihre neue Liebe Philipp mit schlafwandlerischer Sicherheit. Fachlich sind sie ein ideales Paar, privat hingegen nicht. Philipp unterscheidet sich von ihrer alten Liebe nur durch den momentanen finanziellen Erfolg. Die Beziehung und Yellas Leben scheinen täglich zu scheitern und wieder von neuem beginnen zu müssen, ohne Fortschritte zu machen.

Der Film endet in albtraumhaften Szenen und regt durch die Zeichenvielfalt und die offene Narration zum Nachdenken an. Über Leben, Traum, Tod und Film.